| Adam und Eva Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 1. Buch Mose 3,6
Der Sünden-Glücksfall Gott schuf, wie die Bibel sagt, den Menschen nach seinem Bilde. Er schuf ihn als Mann und Frau und gab ihm den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. Wir dürfen also gestaltend in Gottes Schöpfung eingreifen und an ihr mitwirken. Es ist klar, dass wir diese Verantwortung nur übernehmen können, wenn wir den Unterschied von Gut und Böse erkennen und verstehen. Diese Weisheit, durch den Apfel vom Baum der Erkenntnis symbolisiert, mussten sich die ersten Menschen um jeden Preis einverleiben. Denn nur im Verstehen von Gut und Böse konnten Kulturen entstehen, nur so konnten wir Menschen den Weg gehen, den Gott uns durch die Erschaffung nach seinem Bild vorgezeichnet hat. Zur Zeit von Moses war man wohl unzufrieden, dass dieser Weg dornen- und mühevoll war: Deshalb wurde der Auszug aus dem Paradies als Sündenfall verstanden. Doch heute blicken wir auf unermessliche kulturelle und soziale Fortschritte zurück und müssen Gott sehr dankbar sein, dass wir Gut und Böse unterscheiden gelernt haben. Erkenntnis als Sündenfall zu betrachten, ist lange nicht mehr zeitgemäß und auch durch die Erlösungstat des Gottessohnes längst überholt. Es macht uns groß und stark, dass wir gelernt haben, nach dem Gewissen zu handeln! Wir müssen uns weder wegen unseres kritischen Geistes schämen, noch wegen unserer schönen und lebenskräftigen Körper, die wir durch Gottes Schöpfergnade erhalten haben. Gott hat uns so viel Gutes als Rüstzeug für unser Leben mitgegeben, schämen müssen wir uns nur des Unrechts, zu dem wir uns trotz seiner Gnade manchmal hinreißen lassen. Doch diese Sündenfälle können durch die Erkenntnis von Gottes Willen ausgeglichen und zum Guten gewandt werden.
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Tizian |
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