Die Taufe Jesu

Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: "Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."

Markus, 1, 9-11

 

Körperbejahung

Wie kommt der Gottessohn dazu, sich von Johannes taufen zu lassen, der allen Menschen Buße predigt? Hat er das nötig??? Gewiss nicht, aber tut es dennoch, weil er die menschliche Natur voll und ganz angenommen hat.

Auch er spürt in sich eine Vielfalt von Empfindungen und Trieben, die er mit seinem Streben nach dem Reich Gottes in Einklang bringen muss. Er lebt mit dem ganzen Körper, fühlt mit allen Sinnen von der Geburt unter ärmlichen Bedingungen bis zum Schmerz der Todesfolter. Er isst und trinkt, sieht Not und Glück, hört zu, redet und antwortet. Er fühlt Zuneigung wie z.B. von der Sünderin, die ihm die Füße wäscht und mit ihren Haaren abtrocknet. In einer Kultur, die die Haare der Frauen überwiegend bedeckt hält, ist dies ein Zeichen besonderer Vertrautheit.

Gott wird Mensch, lebt, liebt leidet und stirbt. Deutlicher kann nicht zum Ausdruck kommen, dass unsere körperliche Existenz die Krönung des Schöpferwerks ist. Mit allen unseren Sinnen, unseren Kräften und Fähigkeiten, mit der Innigkeit unseres Eros und kreativer Phantasie hat uns Gottes Güte ausgestattet. Wir haben nun die Aufgabe, unsere Kräfte und Möglichkeiten so einzusetzen, dass "sein Reich komme, sein Wille geschehe". Körperbejahung ist deshalb ein wichtiger Inhalt der christlichen Religion.

Es gibt für Christen keinen Grund, irgendetwas am gelungenen Schöpferwerk Gottes zu verstecken, zu verleugnen oder zu unterdrücken. Papst Johannes Paul II sagte dazu:

Weil Gott ihn geschaffen hat, kann der menschliche Körper nackt und unbedeckt bleiben und bewahrt unberührt seinen Glanz und seine Schönheit. Sexueller Anstand kann also nicht einfach identifiziert werden mit der Verwendung von Kleidung, noch Schamlosigkeit mit der Abwesenheit von Kleidung und totaler oder teilweiser Nacktheit. Es gibt Umstände, unter denen Nacktheit nicht unanständig ist.

 


1_taufe.jpg (22057 Byte)

Aus der Stadtpfarrkirche Bad Orb

Bibelkalender-Hauptseite

Natur und Fortschritt      Barfußparkführer        Naturismus