| Simson und Delila Simson gewann ein Mädchen lieb, die hieß Delila. Und Delila sprach zu Simson: "Sage mir doch, worin deine große Kraft liegt und womit man dich binden muss, um dich zu bezwingen?" Als sie aber mit ihren Worten alle Tage in ihn drang und ihm zusetzte, tat er ihr sein ganzen Herz auf und sprach zu ihr: "Wenn ich geschoren würde, so wiche meine Kraft von mir, sodass ich schwach würde und wie alle anderen Menschen." Und sie ließ ihn einschlafen in ihrem Schoß und rief einen, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschnitt. Und sie fing an, ihn zu bezwingen -- da war seine Kraft von ihm gewichen. Buch der Richter 16
Vertrauen Diese alte Geschichte berichtet von dem Vertrauensbruch, mit dem Delila den leidenschftlich liebenden Simson in eine persönliche Katastrophe und sein Volk in die Niederlage trieb. Man könnte nun einfach die Arglosigkeit des auf so primitive Weise Betrogenen belächeln, gäbe es heute nicht so viele Delilas -- die im Zeitalter der Gleichberechtigung oftmals auch männlichen Geschlechts sind. Gescheiterte Partnerschaften werden heute mit wachsender Begeisterung ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. In Interviews, Talkshows, Autobiographien, ja sogar eigens darüber geschriebenen Büchern wird abgerechnet und dabei nicht mit peinlichen Details gespart. So manche(r) Prominente ist dadurch schon entzaubert und seiner Autorität beraubt worden. Um dies zu vermeiden, braucht jede Partnerschaft eine tragfähige Vertrauensbasis. Diese muss bestehen, bevor es zum intimen Höhepunkt kommt. Es kann nicht sein, dass man, falls die Beziehung später scheitert, einfach ungeniert über den oder die "Ex" plaudert. Wie er oder sie im Bett war oder was einem an Gedanken und Gefühlen anvertraut wurde, geht niemanden etwas an. Was man in liebender Hingabe an den Partner erfährt und erlebt, muss ein unantastbares Geheimnis sein und bleiben!
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Rubens |
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