Die Steinigung der Ehebrecherin

Die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: "Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergiffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?" Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: "´Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie."

Joh. 8, 3-7

 

Todesstrafe

Moses, von dem die Bibel berichtet, dass er selbst ein Mörder war, hat also angeordnet, dass Ehebrecherinnen mit dem Tod bestaft werden sollen. Wahrscheinlich war das eine reine Hygienemaßnahme, um die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Und weil die Frau in der damaligen Gesellschaft nichts galt, regte sich auch kein Widerstand gegen ein solches Gesetz.

Doch Jesus, der kein Mörder war, definiert das Gesetz der Bibel neu. Er akzeptiert nicht die Scheinheiligkeit von Männern, die nach sexuellen Abenteuern gieren und damit die Situation des Ehebruchs überhaupt erst herbeiführen. Und es mag damals auch schon vorgefallen sein, was erst kürzlich durch die Presse ging -- nämlich dass in einem muslimischen Staat ein Vergewaltigungsopfer wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt wurde. Und sogar bei uns im aufgeklärten Deutschland tritt die Problematik der Ehrenmorde zu Tage.

Jesus hat, wenn man den Bibeltext weiterliest, erreicht, dass die Pharisäer von der Frau abließen. Und er, der frei von Sünde war und deshalb die Steine hätte werfen können, war so frei zu sagen: "Auch ich verurteile dich nicht. Gehe und sündige nicht mehr."

Das alte Gesetz der Bibel hat Jesus durch ein neues, zukunftsfähges Konzept ersetzt. Er ist, wenn man so will, der Erfinder des "lebenslangen Lernens". Zu diesem Konzept gehört auch die Abschaffung der Todesstrafe. Und die Frau gilt ihm ebensoviel wie der Mann. Er weiß, dass sie alle Voraussetzungen hat, das Ideal zu erreichen, das er das "Reich Gottes" nennt. Damit meint er glückliches Zusammenleben der Menschen in Gerechtigkeit.

 

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