Füße und Rücken
Der aufrechte Gang ist eine ganz neue Erfindung der Evolution, die nur uns Menschen zugute kommt. Durch eine perfekte Feinabsimmung der Füße mit den Bewegungen des ganzen Körpers können wir im Laufe eines Lebens eine Strecke gehen, die mehrfach um den Erdball reicht. Und es gibt genügend Menschen, die das ohne Verschleiß an Füßen und Rücken bewältigen.
Verschleißfreie Fortbewegung auf hartem und unebenem Boden erfordert Stoßdämpfung und Abfederung. Andererseits braucht der Körper ein Höchstmaß an innerer Stabilität, um kraftvoll und leistungsfähig zu sein. Diese gegensätzlichen Anforderungen können dank einem perfekten Regelungs- und Steuersystem erfüllt werden. Dazu sind die Füße mit vielen Sinnen ausgestattet. Die Hautsinne für Berührung und Druck spielen hierbei eine Rolle, mehr noch der Lage- und Bewegungssinn (Propiozeption), der dem Nervensystem die exakte Stellung und Bewegung aller Körperteile, ja selbst des äußersten Zehengliedes meldet. Durch diese Wahrnehmungen wird die Bewegung des ganzen Körpers auf den Ablauf des Gehens eingestimmt.
Die Analyse der Laufbewegung von Kindern auf dem Laufband zeigt deutlich die zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten des Fußes, wenn die Ruhigstellung im Schuh entfällt. Zwei Unterschiede sind wesentlich:

Offensichtlich wird in Schuhen der Bewegungsablauf des Gehens nur sehr unvollkommen ausgeführt. Es werden nur sehr wenige Steuersignale an den übrigen Körper gesendet, und man läuft Gefahr, sich ein ein unkontrolliertes, heftiges Auftreten mit der Ferse anzugewöhnen. Dann ist der Rücken mit dem aufrechten Gang überfordert und macht sich irgendwann schmerzhaft bemerkbar. Als eine Art natürlicher Gehschule kann Barfußgehen auf abwechslungsreichem Untergrund diesen Übeln entgegenwirken:
Wenn Barfußgehen nicht möglich ist, kann man trotzdem gesund gehen. Hierbei helfen Schuhe mit beweglichen Sohlen und möglichst viel Freiraum für die Zehen (z.B. Sportsandalen, Mokassins). Schlappen, die man krampfhaft mit den Zehen festhalten muss, damit man sie nicht verliert, sind eher schädlich, weil mit ihnen der natürliche Bewegungsablauf gestört ist. Ähnliches gilt für hochhackige Schuhe, in denen der Fuß fälschlich an den Körper signalisiert, dass es permanent steil bergab gehe. Nach vorne fallende Schultern sind die natürliche Haltung beim Abwärtssteigen -- und gerade bei jugendlichen Stöckelschuhträgerinnen kann man diesen Reflex deutlich sehen. Die "Frau von Welt" hat gelernt, sich trotzdem gerade zu halten, auch wenn dabei die Rückenmuskulatur gewaltig unter Spannung kommt..... Doch der bewährte Ablass zur Vergebung der Modesünden wird heute von immer mehr Frauen praktiziert: Barfußgehen!
Weiterführende Information:
Schlappe Muskeln - krumme Haltung bei Kindern und was Eltern dagegen tun
können
Artikel von Dr. Dieter Breithecker
im Online-Familienhandbuch
Zur Startseite
Gesundes Leben auf freiem Fuß