Barfuß Stress abbauen
Stressbedingte Anspannung kann durch die Füße sehr gut abgebaut werden, weil in
ihnen besonders viele Nerven enden. Natürlich kann das nur funktionieren, wenn die Füße
frei beweglich und wahrnehmungsfähig sind. So ist es völlig unvorstellbar, bewährte
Entspannungsmethoden wie Yoga oder Feldenkrais mit Schuhen zu üben. Und auch bei vielen
anderen Aktivitäten steigt der Erholungswert, wenn man sie barfuß ausübt.
Deshalb ist es sehr empfehlenswert, am Ende des Arbeitstags einen "Feierabend für die Füße" einzuplanen. Das kann ein kleiner Barfußspaziergang im Garten, im Schwimmbad, in einem Park, auf einem natürlichen Wald- oder Wiesenweg, vielleicht (wenn in der Nähe vorhanden) auf einem Barfußpfad sein. Bekannte schädliche Wirkungen von Stress werden durch diese natürliche Reflexzonenmassage ausgeglichen. Sehr positiv wirken sich Barfußaktivitäten auf die Durchblutung aus und unterstützen die Normalisierung der Funktion von Herz und Kreislauf. Außerdem lösen sich dank freier Beweglichkeit der Füße viele der schmerzhaften Wirbelblockaden, die für Rücken- und Kopfschmerzen verantwortlich sind.
Barfußsportarten,
wie Beachvolleyball, Beachsoccer, Beachtennis, Kampfsport, Gymnastik, verschiedene
Tanzformen sind deshalb auch sehr beliebte Freizeitaktivitäten. Auf Naturboden kann auch
Laufsport, vor allem Walking sehr gut barfuß praktiziert werden.
Für Kinder ist es ganz wichtig,
dass
der Stress gleich bei seiner Entstehung abgebaut wird. Also soll man sie keinen Zwängen
unterwerfen, die das kindliche Bedürfnis nach freier Bewegung behindern. Ideal ist, wenn
Kinder in der Schule, im Alltag, beim Spielen, beim Musizieren und beim Sport barfuß sein
können, soviel sie wollen.
Sensomotorik ist das neue Zauberwort
in den Erziehungswissenschaften. Da Bewegungsmangel endlich als ein ganz großes Problem
unserer Kinder erkannt wird, finden neuerdings wissenschaftlich fundierte Fühl- und
Bewegungsprogramme Einzug in den Sportunterricht -- und setzen natürlich voraus, dass
alle barfuß mitmachen. Auch werden in vielen Schulhöfen und Kindergärten Barfußpfade
eingerichtet. Ist man erst einmal so weit, tun die unbeschuhten Kinderfüße der Würde
des Schulhauses auch keinen Abbruch.

Entspannte
Künstler auf der Bühne
haben besonders guten Kontakt zum Publikum. Das gelingt ihnen oft dann am besten,
wenn sie barfuß auftreten -- die Sängerinnen Shakira
und Joss Stone oder die
Volksmusikgruppe "Die Schäfer" sind
bekannte Beispiele und finden reichlich Nachahmung. Für die jungen Künstlerinnen von Age of Harp kommt noch der Vorteil
hinzu, daß sich die Pedale ihrer Instrumente am besten barfuß bedienen lassen. Schuhe
würden nur störenden Lärm machen und zu leicht abrutschen.
Und auch einige renommierte Klassikstars treten gerne gut geerdet aufs Podium.
Die Geigerin und Komponistin Patricia
Kopatchinskaja tritt meist barfuß auf und sagt dazu:
"Das ist wirklich keine Allüre, ich will mich da auch nicht interessanter
machen. Wenn ich so auf das Podium gehe, spüre ich einfach die Musik besser."
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Ihr erster Barfußautritt hatte den ganz banalen Anlass, dass sie ihre Konzertschuhe vergessen hatte. "Das war wahnsinnig bequem und ich spielte wie beflügelt." Diese Erfahrung ließ Kopatchinskaja (Jahrgang 1977) regelmäßig ohne Schuhe auftreten. "Ich musste feststellen, dass es sogar mein Lampenfieber reduziert." Die Geigerin sagt selber, dass sie den Eindruck habe, die Energie ströme wahrscheinlich aus dem Boden durch den Menschen. "Ich fühle mich wie eine Tänzerin." ......zum ganzen Artikel
Die Percussionistin Evelyn Glennie ist ganz besonders darauf angewiesen, die Musik mit den Füßen zu spüren. Diese Ausnahmekünsterlin ist fast taub und nimmt die Musik über Vibrationen des Boden mit den bloßen Füßen wahr.
Die Mezzosopranistin Iris Vermillion ließ sich auch nicht beirren, als der Bundespräsident samt Staatsbesuch im Publikum saß. "Um die Naturkraft der Erde besser spüren zu können, die mir die Töne gibt", so erklärte die Sängerin ihren Barfußauftritt. "Es gibt Bühnen, da singe ich lieber in Schuhen, aber in Ludwigsburg ist die Erde voller Naturkraft, das spürte ich schon den ganzen Tag", so Iris Vermillion, der die Naturkraft an diesem Abend ganz wundervolle Töne eingab. (Bönnigheimer Zeitung)
Die Sopranistin Measha Brueggergosman
tritt meist barfuß auf und nennt den einfachsten und naheliegendsten aller Gründe: "Ich
trage nie Schuhe auf der Bühne, weil es unbequem ist."
(Interview
im Münchner Merkur, Mittwoch, 17. März 2010)