Empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahmen
Die folgenden Vorsichtsmaßregeln sollen dazu führen, daß das Verletzungsrisiko beim Barfußgehen weit hinter den üblichen Beschwerden durch Druckstellen und Blasen in Schuhen zurückbleibt.
Augen auf!
Wenn man nicht als Hans-guck-in-die-Luft unterwegs ist, sieht man rechtzeitig,
was sich nicht so gut anfühlt: spitze Steine, Disteln, Brombeerranken und Wildrosen,
Stümpfe abgebrochener Gehölze und Stauden. Wo man den Boden nicht deutlich sehen kann
(z.B. im hohen Gras) muß man sich sehr vorsichtig vorantasten. Bei Dunkelheit im
unbekannten Gelände ist nicht gut Barfußgehen!
Gefahren durch Glasscherben, Nägel und sonstigen Müll
sollten vor allem den Kindern klargemacht und aus ihrem Spielbereich entfernt werden. Am
besten entwickelt sich die nötige Achtsamkeit, wenn man in Gemeinschaftsaktionen den
Unrat entfernt. Das lohnt sich, weil Verletzungsgefahr auch an anderen Körperteilen als
an den Füßen besteht.
Grillplätze, Straßenränder -- und leider auch Badeplätze
sind oft vermüllt und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Glücklicherweise stumpfen
Glasscherben ab, wenn sie länger herumliegen, und stellen dann keine Gefahr mehr dar.
Insekten können stechen:
zwischen blühenden Blumen (vor allem Klee) sollte man deshalb gut auf Bienen
achten, zwischen Fallobst auf Wespen. Bei angemessener Vorsicht kann man jahrelang
stichfrei "barfüßern". Starke Insektenstich-Allergiker müssen (auch wenn sie
Schuhe tragen!) immer das vom Arzt verordnete Notfallset mit sich führen.
Tetanusimpfschutz
sollte nicht fehlen!
Im Wohnbereich
ist darauf zu achten, daß keine heruntergefallenen Reißnägel, Nadeln und Glassplitter
liegenbleiben.
Allmählich steigern:
Als Ungeübter bzw. nach der Winterpause muß man in den ersten Wochen noch eine erhöhte
Verletzlichkeit der Hornhaut einkalkulieren.
Unübersichtliches Gelände
sollte man nicht im Laufschritt durchqueren, denn wenn der Fuß dabei auf etwas
Scharfkantiges kommt, sind die Reflexe möglicherweise zu langsam, um Unheil zu verhüten.
Von Weidezäunen
kann Stacheldraht weghängen -- vor allem an Durchlässen muß man vorsichtig
sein!
Etwas Verbandsmaterial mitzuführen
ist sowohl beschuhten als auch barfüßigen Wanderern anzuraten -- zumindest
Desinfektionsmittel, Heftpflaster, Pinzette und elastische Binde.
Regelmäßiges Eincremen
der Füße ist anzuraten, damit keine Hornhautrisse entstehen. Auch empfiehlt es sich,
spröde Schichten toter Hornhaut regelmäßig wegzufeilen.
Sonnenbrand
auf nicht vorgebräunten Fußrücken muß bei hohem Sonnenstand durch eine Creme
mit ausreichendem Lichtschutzfaktor verhindert werden.
Brandblasen
kann man sich auf heißem Asphalt oder auch im Sand südlicher Strände holen. Wer nicht
gerade Masochist ist, findet dann in bequemen Sportsandalen die gesündere Alternative.
Erfrierungsgefahr
besteht bei stockender Durchblutung, u.U. auch in nassen Schuhen! Die Gefahrenzone beginnt
unterhalb von +6°C. Wer Schneetreten praktiziert, sollte warm angezogen sein, immer in
Bewegung bleiben und spätestens aufhören, sobald die Zehen anfangen zu schmerzen. Wenn
sie taub werden, wird es gefährlich!
Diabetiker
müssen bedenken, daß wegen der mit ihrer Krankheit verbundenen Wahrnehmungs-,
Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen auch kleine Verletzungen folgenschwer sein
können und das Risiko des Verlusts von Gliedmaßen erhöhen.