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Besuchsbericht

Erlebnisbad Neufun

Neufahrn bei Freising, Nov. 2007

Freundlich und großzügig

"Schön für die Leute im Münchner Norden, dass sie in Neufahrn am Samstag abend zwei Stunden lang textilfrei baden können," dachte ich mir, als ich von dieser Möglichkeit erfahren hatte. Deswegen würde ich im Zeitalter des Klimawandels aber keine 200 km mit dem Auto fahren und mich dabei durch Münchens Großstadtverkehr quälen. Doch dann fiel mir ein, dass nicht weit von dort ein Freund von mir wohnt, den ich schon länger mal wieder treffen wollte. Und da wir beide gerne in die Sauna gehen und nackt schwimmen, fuhr ich doch hin und wir trafen uns im Freizeitbad Neufun.

Etwa anderthalb Stunden vor Beginn der FKK-Zeit kamen wir an und wurden, da wir uns nicht auskannten, von einer ausgesprochen freundlichen Dame vom Personal zum Saunabereich am anderen Ende der Anlage geführt. Ein heller und geräumiger Umkleideraum empfängt die Besucher, dann führt eine kurzer Gang zu einem großzügigen Bereich um die Duschen und das Tauchbecken. Überall ist reichlich Platz für die ca. 30 Saunagäste, die an diesem Abend anwesend sind.

Gleich beim Eintreten begrüßt uns das schöne Bild einer Mutter, die ihr Baby stillt. Kinder jedes Alters dürfen die Sauna besuchen. Für diese heute keinesfalls selbstverständliche Familienfreundlichkeit vergebe ich einen dreifachen Pluspunkt! Wir gehen gleich mal finnisch schwitzen, dann kühle ich mich ab, indem ich im Saunagarten und über die ca. 200 qm große Liegewiese "barfuß bis zum Hals" über weichen Rasen, feine Kiesel und raschelndes Herbstlaub gehe. Dabei entdecke ich auch eine große Hüttensauna, in der zu jeder vollen Stunde eine Aufgusszeremonie geboten wird.
 

Spaß auf der Rutsche

Nach dem zweiten Saunagang im "Gartenhaus" ruhen wir uns im Obergeschoss aus und wechseln dann zum Beginn des FKK-Badens in die geräumige Schwimmhalle hinüber. Vor uns zieht ein gutes Dutzend Leute im Sportbecken seine Bahnen, dahinter führt eine große Rutsche in das Nichtschwimmerbecken. Zu dieser suche ich den Zugang und finde ihn zuerst nicht. Eine Treppe an der Seite der Halle könnte es sein, ich gehe ein paar Stufen hoch. Ein junges Paar steigt aus dem Rutschenbecken und geht auf die Treppe zu. Ja, dann bin ich wohl richtig.

Am Beginn der Rutsche ist eine große Hinweistafel, der entnehmen ist, dass die Benutzung auf eigene Gefahr ist, dass kleine Kinder nicht alleine rutschen sollen und dass die Rutsche nur mit vollständiger Badekleidung benutzt werden darf. Was soll der Sinn dieses Hinweises sein??? Zur FKK-Zeit kann das nur heißen: vollständig nackt, und das trifft auf mich zu und auch auf die jungen Leute hinter mir. Also riskieren wir den Spaß auf der Rutsche so, wie Gott uns geschaffen hat. Später sehe ich da auch einen kleinen Jungen rutschen, der mit seinem Vater im Bad ist und einige große Jungen -- so etwa in meinem Alter.....
 

Wie ein Fisch im Wasser Mein Freund ist nicht so für das Rutschen und hat sich als erstens ins Außenbecken begeben. Zu Beginn der FKK-Zeit waren dort viele Leute. Da der Saunabereich keinen eigenen Pool hat, streben viele Saunagäste bei der ersten Gelegenheit dorthin. Andere haben eher sportliche Ambitionen, wie die nahtlos braune, schlanke Frau. die mit Bademütze und Schwimmbrille ihre Bahnen krault. In gemütlicherer Gangart arbeite ich mich gerne auch ein wenig aus, dann entspanne ich mich auch im Außenbecken. Nun sind nicht mehr so viele Leute drin, und der Junge, der vorhin gerutscht ist, tummelt sich jetzt im Sprudelbereich oder unter dem Wasserpilz, der auch mal zur Abwechslung eingeschaltet wird.
 
Zum Abschluss Entspannung Das Schwimmerbecken leert sich, denn es geht auf 21:00 Uhr zu und man begibt sich zur letzten Aufgusszeremonie in der Hüttensauna. Das Paar, das vorhin gerutscht ist, ruht sich jetzt auf den Sitzstufen neben dem Becken aus. Die beiden unterhalten sich, das Mädchen liegt entspannt da wie die Nymphe auf dem Startseitenbanner. Zum Abschluss gönnen wir uns auch noch einen Saunagang, dann ein wenig Ruhe und nochmals 5 min lockeres Schwimmen.

Der FKK-Abend im Hallenbad Neufahrn ist eine empfehlenswerte Alternative zur zwar reichhaltigeren, aber viel teureren und für Kinder bis 16 leider nicht zugänglichen Saunalandschaft der Erdinger Therme. Dass in Neufahrn auch sportliches FKK-Schwimmen möglich ist, betrachte ich als einen besonderen Vorteil. Die anwesenden Leute empfanden wir allesamt als sehr angenehm, zumal für jedermann reichlich Raum zur Verfügung stand. Eine ideale Umgebung, um meinen Freund in Zukunft öfter zu treffen! 

  
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