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Besuchsbericht

Freizeitbad Plantsch

Schongau, Nov. 2008

Willkommen zur Vollmondsauna mit FKK-Schwimmen! Nicht jeder findet an seinem Wohnort die Gelegenheit zu einem schönen Saunaabend mit FKK-Schwimmen. Ich muss eine dreiviertel Stunde mit dem Auto fahren, um das nächste Angebot dieser Art zu nutzen -- die Vollmondsauna in Schongau. Jeweils am Samstag in der Vollmondwoche sind Bad und Sauna bis 23 Uhr geöffnet. Und sofern der Termin nicht in die Schulferien fällt, ist ab 20 Uhr FKK-Schwimmen in der gesamte Anlage.

Das wollte ich ausprobieren und war schon um 19:00 Uhr da, weil ich vor dem Schwimmen ganz gerne zwei Saunagänge mache. Den Saunabereich fand ich als einen hohen Raum mit großer Fensterfront zum Saunagarten vor. Darin sind Ruheliegen, eine Wassertretstrecke mit abschnittsweise warmem und kaltem Wasser, an einer Seite der Duschbereich mit Tauchbecken und die Zugänge zu finnischer Sauna, Dampfbad und Sanarium. Und durch eine Glastüre gelangt man in einen weiteren Ruheraum.

Für den ersten Gang wähle ich die finnische Sauna und gehe danach zum Abkühlen ins Freie. Ich gehe über feuchtes, kühles Gras und sehe dann mit Erstaunen, dass meine Lieblingsidee -- ein Barfußpfad für Nacktwanderer -- bereits verwirklicht ist. Nun, wirklich wandern kann man da nicht, es ist eine Fühlstrecke mit acht verschiedenen Materialien in einem gärtnerisch schön gestalteten Bereich, neben dem sich auch ein weiteres Tauchbecken befindet.  Natürlich laufe ich "barfuß bis zum Hals" über den Fühlparcours. Den geräumigen und vielseitigen Saunagarten des "Plantsch" verbuche ich schon mal als eine dicken Pluspunkt!
 

Ein familiäres Saunaevent Inzwischen zündet der Saunawart einige Lichter an, dann auch ein offenes Feuer. Eine Großleinwand zeigt Filmsequenzen vom Korallenriff, dazu ertönt Meditationsmusik. Vor der Hüttensauna im Garten sammeln sich immer mehr Leute, es ist Aufgusszeit. Ich finde das für den zweiten Saunagang nicht schlecht und dränge mich mit den anderen hinein. In Bayern haben die Aufgusszeremonien immer Volksfestcharakter (ich weiß nicht, wie es anderswo ist). Da dürfen dann auch mal ein paar Bemerkungen gemacht werden, ohne dass sich andere Saunagäste gestört fühlen. Und Menschen von 8 bis 80 Jahren genießen es als Gemeinschaftserlebnis mehrerer Generationen.

Ich habe nicht viel übrig für Betreiber von Erlebnisbädern, die z.B. mit der größten Saunalandschaft Deutschlands werben, aber Kinder und Jugendliche unter 16 vom Sauna- und FKK-Erlebnis ausschließen. Doch in Schongau kommen die Familien zu ihrem Recht. Als ich nach dem Aufguss und anschließenden Frischluftgenuss wieder durch die Glastüre in den Innenraum trete, kommt mir eine Frau entgegen, an der Hand ein kleines Mädchen mit rotem Bademäntelchen und blonden Zöpfen. Als die nackten Füßchen den kalten Steinboden berühren, stockt die Kleine und sagt "kalt". Doch die Mutter sagt: "wir sind gleich im Warmen" und die beiden gehen schnell zur Türe der Gartensauna.

Auch andere Familien mit Kindern und Teenagern sind bei der Saunanacht dabei. Und ich kann keinesfalls feststellen, dass die jungen Gäste in irgendeiner Weise den älteren lästig werden. Sie passen sich völlig problemlos in die familiäre Atmosphäre der Vollmondsauna ein.
 

Schwimmen, plantschen, springen -- viel Spaß für die Kinder Nach eine kleinen Ruhepause gehe ich hinüber in die Schwimmhalle und steige zum textilfreien Schwimmen ins 25m-Sportbecken. Ein älteres Ehepaar ist schon da, zwei Frauen mittleren Alters schwimmen gemächlich und ratschen dabei. Eine junge Frau schwimmt in sportlichen Tempo, noch ein paar weiter Leute machen es etwas lockerer -- so auch ich. Im Nichtschwimmerbecken plantschen einige Kinder, ein Vater mit seinem kleinen Buben steigt die Treppe zur großen Wasserrutsche hinauf, jeder mit einem Gummireifen in der Hand. Wer nicht so aktiv sein will, ruht sich auf einer der zahlreichen Liegen aus und nutzt so das im Vergleich zum Saunabereich viel größere Platzangebot in der Schwimmhalle.

Fünf Kinder zwischen 6 und 12 Jahren gehen zum Bademeister. Der macht ihnen das Einmeterbrett auf, und sie springen, mal elegant, mal verkrampft mit zugehaltener Nase. Kurz danach steht er gestikulierend am Ende des Beckens. "Was will er denn," fragt das ältere Ehepaar. "Er will die Kinder wohl vom Dreier springen lassen, wir sollen dafür Platz lassen," meine ich. Und so war es, mit großem Anlauf rennen die Kinder los und springen. Egal, wie es platscht, sie sind sofort wieder draußen und steigen von Neuem auf den Sprungturm. Der Bademeister hält sie zurück, damit sie nicht losrennen, bevor das Wasser wieder frei ist. Ich sage zu ihm, dass ich es toll finde, dass auch Kinder beim Saunaevent dabei sein und Spaß haben dürfen. Und er antwortet, dass er immer Platz schafft, damit die Kinder zu den dafür festgelegten Zeiten springen dürfen. Dann wird das Sprungbrett wieder geschlossen und die Kinder rennen zur Rutsche.
 

Entspannen im Mondschein Ein paar Bahnen schwimme ich noch, dann gehe ich in das geräumige Außenbecken, lasse mir von einem Wasserstrahl den Rücken massieren und mich danach von Luftblasen umsprudeln. Darüber scheint der Mond, und auch einige andere Badegäste genießen die Ruhe dieser Stimmung.

Im Saunagarten ist inzwischen das Feuer heruntergebrannt, ich gönne mir noch einen entspannenden Gang im Sanarium -- nach dem Schwimmen möchte ich mich nur noch ein wenig bei angenehmer Luftfeuchtigkeit aufwärmen. Das kleine Mädchen mit den blonden Zöpfen kommt mit seiner Oma dazu und kommentiert zur Erheiterung der übrigen Gäste die Farbwechsel der Beleuchtung in diesem Raum.

Zu erwähnen ist noch, dass die Gastronomie einfache, aber schmackhafte Gerichte zu günstigen Preisen anbietet. Somit ist die Vollmondsauna im Plantsch ein Erlebnis, das wirklich alle unsere Sinne verwöhnt. Das nächste Mal bin ich wieder dabei und werde meine Frau ebenso wie befreundete Familien zum Mitmachen überreden!
 

  
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