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Besuchsbericht

Kristalltherme Schwangau

Sep. 2007

Weil wir die FKK-Saison nicht schon Mitte September beenden wollten, haben wir nach dem ersten herbstlichen Kälteeinbruch zur Königlichen Kristalltherme Schwangau begeben. Etwa eine Stunde dauerte unsere Fahrt,  gegen 18:00 Uhr waren wir dort. Es war noch eine Stunde bis zum Anfang der FKK-Badezeit, also gingen wir zuerst die Treppe hoch in den Saunabereich.

Zehn schön gestaltete Varianten von Sauna, Dampfbad und Hamam fanden wir da vor, ein Solebecken im Außenbereich, Whirlpools, Fußbadebecken, Ruhebereiche und Restaurant. Der Saunabereich war um diese Zeit sehr gut besucht, und wir hätten uns ein wenig mehr Platz und zwei freie Liegen gewünscht. Wir wichen der Enge aus und begaben uns über eine großzügige Terrasse zur Panoramasauna, durch deren Fenster man den Blick auf die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie auf die Burg der Stadt Füssen genießen kann. Wenn diese Prachtbauten nachts beleuchtet sind, ist das wirklich beeindruckend.

Nach dem Saunagang und dem Abkühlen lösten sich dann die Platzprobleme im Saunabereich auf wunderbare Weise: es war 19:00 Uhr und die FKK-Zeit begann. Also begaben wir uns in den Thermalbereich mit warmen Solebecken, je zwei im Innen- und Außenbereich. Die textilen Gäste verabschiedeten sich entweder oder sie zogen ihre Badesachen aus. Und die meisten Liegen waren frei! Schlagartig lösten sich so die Platzprobleme des schön gestalteten, aber bei großem Besucheransturm doch etwas engen Saunabereichs. Während der FKK-Badezeit können wir also auch den Saunabesuch in Schwangau uneingeschränkt empfehlen!

Im größeren der Innenbecken sammelte sich ein gutes Dutzend Leute zur textilfreien Wassergymnastik. Das wollte meine Frau gleich ausprobieren. Mich machte dagegen ein rundes Becken im Außenbereich neugierig, in dem ich einige Leute bewegungslos liegen sah. Man hängt sein Handtuch im Innenraum an einen Ständer, geht dann 15 Meter weit nackt durch die frische Luft und legt sich in ein warmes Bad von 12 % Salzgehalt. Darin liegt man entspannt an der Oberfläche und hört Unterwassermusik. Nur in die Augen darf nicht man diese Sole bringen, das brennt höllisch!

Zwei junge Frauen steigen aus dem Becken und rennen zur Türe des Innenbereichs. Ja, das steht mir auch bevor! Nachdem man sich im warmen Wasser geaalt hat, sind 15 m Nacktlauf durch die kalte Luft eher ein Schockerlebnis, doch man ist ja gleich wieder im Warmen. Als Nächstes gehe ich mit meiner von der Gymnastik gelockerten Frau in das Außenbecken mit dem Strömungskanal. Dort treibt gerade Arm in Arm ein junges Paar entlang, außerdem eine Familie mit zwei fröhlichen Jungs. Doch für uns ist auch noch Platz, und wir mischen uns unter die Leute, die sich in diesem Bereich ganz offensichtlich wohl fühlen.

Wieder in den Innenbereich zurückgekehrt, schwimmen wir zur Entlastung unserer Bandscheiben entspannt auf dem Rücken. Zwei Mädchen, vielleicht 8 und 10 Jahre alt, springen von der Seite ins Becken. Die Jüngere taucht ein Stück und kommt zwischen uns an die Oberfläche. "Da ist ja die kleine Seejungfrau", sage ich -- sie lacht mich eine Sekunde an, dann schwimmt sie zum Beckenrand. Ihre Schwester ruft ihr zu: "Du kannst das schon gut!" Und dann steigt sie aus dem Wasser, die dunklen Haare fallen dekorativ über den vom Wasser glänzenden Körper. Und die freundlichen Menschen, die hier das Bad genießen, freuen sich über ihre frohen Wasserspiele. Die Mädels sind schlank, gerade gewachsen und bewegen sich mit natürlicher Eleganz --  anders als so viele weniger glückliche Kinder, die sich mangels sinnvoller Freizeitgestaltung Übergewicht anfuttern....

Wir freuen uns sehr, dass Kinder und Jugendliche hier willkommen sind. Als Familienmenschen wollen wir sie im Mittelpunkt des Naturismus sehen und finden es sehr bedauerlich, dass sie in manchen Anlagen keinen Zutritt haben. Die Befürchtung, dass sie andere Gäste stören könnten, finden wir reichlich überspitzt. Aus über 30 Jahren, in denen wir unsere Wochenenden und Urlaube ganz überwiegend textilfrei verbringen, wissen wir, dass sich Naturistenkinder ihres Lebens freuen, ohne anderen Leuten auf die Nerven zu gehen.

Nach dem Schwimmen entspannen wir uns in der Kristallgrotte, wo zu angenehmer Meditationsmusik große Bergkristalle in wechselnden Farben leuchten. Dann gönnen wir uns noch einen Saunagang und eine kleine Stärkung im Gastronomiebereich. Es ist ein erholsamer Abend, den wir gemeinsam genießen, ein wunderbarer Ausgleich zum Stress der vorhergegangenen Arbeitswoche.

Insgesamt waren die Besucher sympathisch und hatten eine ausgeglichene Alterszusammensetzung. Sie praktizierten FKK entsprechende der üblichen Saunakultur in dezenter Form. Viele gingen in Tücher gehüllt oder mit Bademänteln. Die textilfreien Badezeiten werden offensichtlich vor allem von Saunagästen genutzt, die normalerweise nicht so offen FKK betreiben und sich nur für die Wasser- und Wärmeanwendungen entkleiden. Für andere (einschließlich uns) war es angenehmer, den Großteil des Abends unbekleidet zu verbringen. Im Gastronomiebereich folgten wir natürlich der Regel, ein Tuch umzulegen. Aber ansonsten liefen und badeten wir "barfuß bis zum Hals", denn es war ja erlaubt!

Fest steht, dass wir wiederkommen und das vielseitige Angebot noch öfter genießen wollen.

Lorenz, im Sep. 2007