Barfußwanderung auf der Teichalm / Steiermark
| Mai / September 2004
Die Teichalm als größtes zusammenhängendes Almenland Europas ist bestens für eine
Barfußwanderung geeignet. Dies gilt insbesondere für den Familienrundwanderweg mit der
Nummer 7. Weil sich der Weg sehr oft in der Wiese verliert, sind Wanderschuhe sogar
hinderlich, weil man barfuß viel sicherer auftritt und somit Überknöcheln und
Ausrutschen verhindert.
Hier der Erfahrungsbericht:
Am 20. Mai hat uns unser diesjähriger Tischtennisausflug auf die Teichalm (Steiermark)
geführt. Wir haben beschlossen, diese Wanderung barfuß zu unternehmen. Nach ausgiebiger
vorausgegangener Planung und Streckenbesichtigung war es am Christihimmelfahrtstag so
weit. Mit von der Partie waren 11 Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren und 4 Erwachsene
(Eltern der Kinder und ich). Der Weg führte über Wald- und Wiesenwege auf sanften Hügeln
in einer Höhe von 1100m bis 1475m von der Teichalm bis zur Sommeralm. Das Wetter war
prächtig und die Kinder hatten riesigen Spaß daran, die verschiedenen Untergründe mit
den nackten Füßen zu ertasten. Von besonderem Interesse war ein kleines Schneefleckchen,
das ausgiebig mit den Zehen erkundet wurde. Für mich überraschend war, dass meine
Tischtennisjungs ohne Probleme über Stock und Stein liefen. Das monatelange
Barfußtraining beim Tischtennis hat ihre Füße anscheinend sehr widerstandsfähig
gemacht. Obwohl an diesem Tag sehr viele Menschen auf der Teichalm waren, gab keine oder
nur freundliche Kommentare. Einen jungen Mann konnten wir mit unserer Barfüssigkeit
anstecken. Er hat scheinbar einige unserer Kinder, die immer wieder vorausliefen, gesehen
und als wir dann dem Mann entgegen kamen war er gerade dabei Schuhe und Socken
auszuziehen. Seine Freundin konnte er aber offensichtlich nicht davon überzeugen, denn
sie ging in ihren schweren Bergschuhen weiter. Als wir nach 5 Stunden wieder am Parkplatz
angekommen waren, fanden es alle schade, dass die Wanderung schon zu Ende war. Alle Kinder
und auch wir Erwachsenen waren uns einig noch im heurigen Jahr eine weitere
Barfußwanderung zu unternehmen. Einige Kinder meinten auch, sie werden versuchen, in der
Schule die Lehrer von einem Barfußwandertag zu überzeugen.
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| Zweiter Ausflug mit geänderter Wegführung: Weil
die 1. Barfußwanderung auf der Teichalm so lustig war, wollten einige unserer
Tischtennis-Jungs unbedingt nochmals dort hin. Am 19.9. war es dann soweit. 5 Buben im
Alter von 11 bis 13 Jahren und 2 Erwachsene (eine Mutter eines Buben und ich) starteten zu
einer erneuten Tour über den Heulantsch in Richtung Sommeralm. Diesmal gingen wir nicht
denselben Weg wieder zurück, sondern machten eine Runde. Anfangs ging es steil bergan
über eine Weide zum 1440 m hohen Heulantsch, dann ein Stück durch den Wald, wo der Weg
an diesem Herbstmorgen schon ziemlich kühl war. Es folgte nun ein Stück Schotterweg,
aber auch dieser wurde von den Jungs ohne Probleme bewältigt. Nach fast 2 Stunden Gehzeit
machten wir auf einer Almwiese in der warmen Herbstsonne Rast. Nach der Rast führte der
Weg über eine Schiwiese zu einem weiteren Schotterweg. Zuvor entdeckten die Jungs noch
einen morastigen Wiesenteil - also nichts wie hinein lautete das Motto von 3 Jungs. Bis zu
den Knieen versanken sie im Schlamm. Barfuß alles kein Problem, den gleich in der Nähe
war ein kleiner Bach und im nu waren sie wieder halbwegs sauber. Mit Schuhen hätten sie
auf dieses Vergnügen verzichten müssen, denn die wären nie mehr sauber geworden. Nun
ging es auf der angenehm barfuß zu begehenden Schotterstraße (nur kleine nicht spitze
Steine und ansonsten lehmiger Boden)in Richtung Sommeralm-Straße. Trotz der vielen
anderen Wanderer in schweren Bergschuhen gab es keine blöden sondern wenn überhaupt nur
freundliche Kommentare. Schade nur dass von den Eltern der vielen Kinder die uns begegnet
sind niemand auf die Idee gekommen ist den Sohn oder der Tochter vorzuschlagen auch ein
Stück barfuß zu gehen. Aufgrund des warmen Bodens und der vielfältigen hauptsächlich
angenehmen Sinneseindrücke auf den nackten Fußsohlen taten uns eigentlich alle Leid die
ihre Füße freiwillig in schwere und viel zu warme Schuhe zwängten und vielleicht gar
nicht wußten was barfuß alles möglich ist, ohne sich selbst zu quälen. Der Schotterweg
endete dann an der Sommeralmstraße. Nun gingen wir einige 100 m auf dem Asphalt, der sehr
glatt und warm und somit barfuß eine Wonne war. Danach kam dann der nichtgeplante
Höhepunkt unserer Barfußwanderung - der Mixnitzbach. Zunächst gingen wir durch die
Wiese und benützten absichtlich nicht die kleinen Stege über den Bach - wozu auch, wenn
man barfuß ist. Das Wasser war angenehm kühl und erfrischend und die Kinder gar nicht
mehr aus den Bach herauszubringen. Das schon Ende September war und wir uns auf 1000m
Seehöhe befanden war völlig egal - kalt war niemanden. Wieder ein Beweis dafür das man
ohne Probleme auch im Herbst noch barfuß gehen kann. Am Bach entlang trafen wir noch 7
andere Wanderer (3 Kinder und 4 Erwachsene) und das überraschende war, dass nunmehr
barfuß die Mehrheit hatte, lediglich ein Vater konnte sich von den Schuhen nicht trennen.
Während die eine Familie noch gesamtheitlich barfuß ging als der Bach schon weiter weg
war, mußte der Bub der anderen Familie noch am Bachufer seine Turnschuhe und sogar auch,
trotz der warmen Nachmittagstemperaturen seine Socken anziehen. Somit wurde wieder einem
Kind die Schönheit das natürlichen Gehens vorenthalten - Schade. Nach fast 5 Stunden
barfüßigen Wanderns neigte sich auch unsere Tour dem Ende zu, es ging noch einmal über
die Wiese und einen Feldweg und dann waren wir auch schon am Parkplatz. Die einstimmige
Meinung aller Beteiligten "unbedingt nächstes Jahr gleich nach der Schneeschmelze
wieder". |


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